Weitere Stationen

Ein zentrales Anliegen des VRR ist es, den Zustand der SPNV-Stationen im eigenen Verbundgebiet zu verbessern. Dazu treibt der VRR die Modernisierung von Haltpunkten und Bahnhöfen des SPNV voran und übernimmt zum einen die Rolle des Zuwendungsgebers für Maßnahmen, die nach § 12 des ÖPNV-Gesetzes Nordrhein-Westfalen (ÖPNVG NRW) bezuschusst werden können, und zum anderen die der Bewilligungsbehörde im Auftrag der Landesregierung für ÖPNV-Vorhaben nach § 13 ÖPNVG NRW.

Modernisierung und Neubau von Stationen

Im Rahmen der § 12-Förderung, der sogenannten „Pauschalierten Investitionsförderung“, betrug das vom Land NRW zugewiesene Zuwendungsvolumen im Jahr 2021 rund 86 Millionen Euro. Neben der Bewilligung von Fördermitteln für den kommunalen Bereich, wie z. B. dem barrierefreien Ausbau zahlreicher Bushaltestellen (in Summe ca. 26 Millionen Euro) oder dem Bau von P+R-Anlagen und Mobilstationen (in Summe ca. 10 Milliovon Statinen Euro), werden aus § 12-Mitteln rund 20 Millionen Euro für die Modernisierung von SPNV-Stationen genutzt.

Für den § 12-Förderkatalog 2021 wurden der Stationsneu- bzw. -ausbau in Herten-Westerholt und Gelsenkirchen-Buer Nord im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Hertener Bahn angemeldet, ebenso Elektrifizierungsmaßnahmen an der Strecke Wesel – Bocholt und der damit verbundene barrierefreie Stationsausbau in Hamminkeln, Blumenkamp und Dingden. Im Zuge des Projektes werden alle Stationen entlang der Strecke (Blumenkamp, Hamminkeln, Dingden und Bocholt) ausgebaut und modernisiert, sodass ein niveaugleicher Zugang zu den Zügen möglich ist.

Darüber hinaus wurden eine Vielzahl an Stationsmaßnahmen über die Förderung nach § 13 ÖPNVG NRW auf den Weg gebracht. Dies sind Maßnahmen im besonderen Landesinteresse, die der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und dem Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur für die Fahrgäste dienen. Dabei handelt es sich vor allem um Vorhaben, die wegen ihrer Größe oder ihrer landesweiten Bedeutung im ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan der Landesregierung verabschiedet worden sind. Einen großen Anteil im Rahmen der Förderung nach § 13 ÖPNVG NRW haben die Modernisierungsoffensiven MOF 2 und MOF 3. Diese zwischen der DB Station&Service AG, dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW und den drei Aufgabenträgern in NRW geschlossene Finanzierungsvereinbarung dient dem barrierefreien Ausbau und der kundenfreundlichen Neugestaltung kleiner und mittlerer Bahnhöfe im Verbundraum. Im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen werden Bahnsteige und die dazugehörigen Zugangsbereiche barrierefrei umgebaut, die Aufenthaltsqualität verbessert und die Kundeninformation optimiert.

Der Umbau von NRW-weit rund 50 Stationen ist Bestandteil des RRX-Außenäste-Programms. Es hat ein Volumen von 210 Millionen Euro. Dazu ist zwischen dem Verkehrsministerium NRW, der DB Station&Service AG und den drei SPNV-Zweckverbänden in NRW eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen worden, um im RRX-Vorlaufbetrieb die Stationen, welche auf den Zulaufstrecken von den RRX-Fahrzeugen angefahren werden, auf eine ausreichende Bahnsteignutzlänge (215 Meter) und -höhe (76 Zentimeter) zu bringen.

Damit auch kleinere und mittlere Stationen mit 1.000 bis 4.000 Reisenden pro Tag bei der Modernisierung und dem barrierefreien Umbau berücksichtigt werden, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Förderinitiative zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit von Bahnhöfen (FABB) aufgesetzt. Das Land übernimmt dabei mit 50 % die Komplementärfinanzierung und hat in enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern die Stationen vorgeschlagen, die davon profitieren sollen. Im Rahmen des Modernisierungsprogramms werden barrierefreie Bahnsteigzugänge durch Aufzüge bzw. Rampen, taktile Handlaufschilder und Wegeleitsysteme auf und zu den Bahnsteigen, Stufenmarkierungen an Treppen und Reisendeninformationssysteme realisiert. Außerdem werden zu niedrige Bahnsteige erhöht und auf die betrieblich erforderliche Länge gebracht.

 

 

VRR-Stationsbericht 2021 (785.11 KB - pdf)

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